Guter Start, schlechte Landung


Es sollte diesmal im Landespokal alles besser werden, als in den Jahren nach der letzten Finalteilnahme 2015! Gut los ging es mit diesem Vorhaben auch, dann schlichen sich mit fortschreitender Spielzeit immer mehr Fehler in das Spiel der 96er und bei manch enger Entscheidung der Spielleitung zogen die Blau-Roten auch den Kürzeren.

 

Der Start

Los ging es für die Gastgeber in einer Art und Weise, dass sich minütlich ein Gefühl einschlich Spiel und Gegner immer fester in den Griff zu bekommen. Und es fehlte nicht wirklich soviel an einer frühen Führung des VfL96. Nach einem weiten Einwurf erreicht der Ball den im Torraum lauernden Max Kowalski und der schließt per Hacke ab, Zorbau-Hüter Dominic-Rene Heine kann den zwar platzierten jedoch nicht scharf gespielten Abschluss aus dem oberen Torknick fischen (5.). Da hat es leider nicht damit geklappt für Kowalski, was abends zuvor noch einem Adam Szalai im Spiel gegen die DFB-Auswahl eindrucksvoll gelang. Nach einem grenzwertigen Einsatz gegen Startelfdebutant Francesko Lubsch bleibt dieser am Boden liegen. Da sich Spielleiter Alexander Kroll nicht berufen fühlte hier auf Foulspiel zu entscheiden, spielten die 96er den Ball ins Aus. Einwurf für Zorbau also und der Ex-VfL’ler Stefan Raßmann kickt im Anschluß die Kugel in die Reihen der 96er zurück (8.). Erster sichtbarer Akt, für ein alles in allem fairen Spiels! Kurz nach dieser Szene nagelt Albert Arzumanyan das Spielgerät aus gut 20 Metern in Richtung Gästetor, allerdings über Selbiges (9.). Das erste Lebenszeichen der Blau-Weißen setzt Ricky Bornschein. Nach hoher Eingabe von links, geht der Abschluß per Kopf allerdings über das von Janek Elm gehütete 96-Tor (14.). Minuten später kann sich Raßmann gegen Paul Schubert auf dem rechten Flügel behaupten, passt zu Bornschein und dessen Abschlußversuch kann geblockt werden (20.).

 

Die ersten Turbulenzen

In Folge eines in der Vorwärtsbewegung schludrig gepassten Balls kommt es zu einem 3:2-Überzahlspiel der Gäste. Dabei wird rechts im Strafraum Tommy Kind angespielt, dessen Abschluß aber weit über den Querbalken segelt (24.). Mangelnde Kommunikation war wohl die Ursache, als Robert Uhlmann und Arzumanyan im Luftduell mit den Köpfen zusammenrasseln (30.). Zum Glück blieb das Ganze weitgehend folgenlos. Ein weiterer Ballverlust lässt Bornschein in das Duell mit Schubert gehen und der daraus folgende Abschluß streicht diesmal schon deutlich knapper am 96-Tor vorbei (34.). Im Gegenzug flankt Philipp Katzenberger hoch in die Box. Lubsch versucht mittels Kopfball die Aktion abzuschließen. Am Ende fehlten einige Zentimeter, um das Spielgerät richtig zu erreichen (35.). In der Nachspielzeit wird Martin Ludwig halbrechts im Sechzehner in Szene gesetzt. Frei vor Heine setzt Ludwig einen Lupfer, dieser wird zum Eckstoß verteidigt (45.+2). Mit einem torlosen Remis ging es in die Pause.

 

Einsetzender Sinkflug und harte Landung

Was sich im ersten Spielabschnitt so nach 20-25 Minuten abzeichnete sollte sich in Hälfte zwei verstetigen, die Fehlpassquote in den Reihen des VfL96! Folge dessen war eine zunehmende Abnahme des eigenen Zugriffs auf Gegner und Spiel. Nur einer Glanztat von Elm war es zu verdanken, dass ein Kopfball von Bornschein aus Nahdistanz nicht im VfL-Tor einschlug (56.). Umso ärgerlicher, dass im Anschluss eine mißglückte Faustabwehr Zorbau erneut in Ballbesitz brachte. Dabei kam es im Gewühl zu einem Luftduell an dessen Ende zwei Akteure zu Boden gingen, dort liegen blieben und Elm auf seinem Weg zum Ball deshalb zu Fall kam. Der Ball gelangte als Folge dieser Aktion zu Jihad Aljindo, welcher in das verwaiste Tor zum 0:1 traf (58.). Aufgrund zweier sichtbar angeschlagener Spieler, hätte hier eine Spielunterbrechung durchaus in Betracht gezogen werden müssen. Nach einem weiteren hohen Ball vor das 96-Tor kommt Kind frei zum Kopfball und verfehlt in der Höhe nur knapp sein Ziel (67.). Dann sollten sich die Ereignisse etwas überschlagen. Erst wird Ludwig im Strafraum von den Beinen geholt, der fällige Pfiff bleibt aus. Aus dieser Situation heraus kommt Zorbau in den Konter. Dabei erreicht der Ball final Kind frei vor dem Tor der 96er und der einstige Torjäger der Blau-Roten, schiebt ohne Mühe zum 0:2 ein (72.). Allerdings war auch diese Szene mit einem Makel versehen: Stark abseitsverdächtig und die Fahne von Assistentin Sarah Hartmann sahen hier viele als zu Unrecht unten gelassen. Das Attribut der Abseitsverdächtigkeit lag dann auch über dem 0:3. Hier wurde der kurz zuvor eingewechselte John Winkler halbrechts steil geschickt und ließ Elm keine Abwehrchance (80.). Strittige Entscheidungen hin oder her, letztlich begann die am Ende harte Landung für den VfL96 mit den bereits geschilderten eigenen Unzulänglichkeiten an diesem Tag. Da half auch nicht, dass man sich beim gemeinsamen Essen noch mit dem Spielleitertrio über die getroffenen oder, je nach Sichtweise, nicht getroffenen Entscheidungen entspannt unterhalten konnte. Ein feines Gespür bewiesen die VfL-Fans, welche nach Abpfiff vor allem Elm mit aufmunternden Sprechchören bedachten.

Am kommenden Samstag, 1.10.2022, 14:00 Uhr, geht es dann für unsere Mannschaft in der Oberliga wieder um Punkte. Im „Vogtlandstadion“ erwartete der VFC Plauen die Kicker aus dem „HWG-Stadion am Zoo“.

Elm, Kowalski (78., Bergmann), Arndt, Arzumanyan, Jagupov, Lubsch (63., Niesel), Schubert, Uhlmann (58., Seise), Dierichen, Katzenberger (80., Lubsch),  Ludwig

Zuschauer: 177 (Zahlende)

Torschützen: Jagupov (3), Bolz, Ludwig (2), Arzumanyan, Ferati, Kowalski (1), Eigentore (für VfL96) 1

Fotos vom Spiel

Fotograf: Jens Franke


Beitrag veröffentlicht am 26. September 2022

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