Es war wieder so typisch


Acht Minuten vor dem Ende der offiziellen Spielzeit zieht der eingewechselte Artur Dawid Bednarczyk links im Strafraum flach auf den ersten Pfosten ab, wobei 96-Kister Till Jagodzik mit starker Fußabwehr den Ball zum Eckstoß verteidigen kann (82.). Nur 10 Minuten später gibt es den/die mittlerweile saisonbegleitenden individuellen Fehler, der/die aus der Distanz betrachtet in dem Fall auch mangelnder Kommunikation geschuldet sein könnte. Das Ganze stellte sich dann so dar das der Youngster im 96-Tor im Zuge einer Abwehraktion Selbiges verlies und die Aktion im Verbund so ein wenig an „Nimm du den Ball, ich hab ihn schon“ erinnerte. Im Ergebnis fiel Luca Grimm das Spielgerät auf den Fuß und der traf mit Heber zum 1:1 Endstand (90.+2). Das trug natürlich ein Stück weit Tragik in sich. Vom Zeitpunkt, der Art und Weise und von dem, was die Mannschaft zuvor investiert hatte. Dabei ging es für die 96er mit einer „Kerze“ im Sechzehner nicht optimal los, man konnte jedoch den VfBer Andy Hebler entscheidend stören (7.). Dann kann sich Oleksii Ohurtsov rechts in der Box auf Höhe Grundlinie durchsetzen, allein der Rückpass geriet zu scharf und etwas zu ungenau (12.). Diese Mischung klappte beim Führungstreffer der FCZ Jena-Leihgabe dann um so besser. Halb rechts, aus etwa siebzehn Metern Torentfernung zieht Ohurtsov flach und scharf ab. VfB-Hüter Fritz Pflug kann den am zweiten Pfosten einschlagenden Ball trotz Körperstreckung nicht abwehren, 1:0 (25.). Nach einer zu kurz geratenen Klärungsaktion kann Hebler aus circa vierzehn Metern direkt abschließen, trifft aber zum Glück für die Blau-Roten nur über den Querbalken (44.). Enger war es im Ergebnis des folgenden Gegenzugs der Gastgeber. Hier kommt das Spielgerät flach und scharf auf Höhe zweiter Pfosten, wo Josua Felipe Frühauf jedoch ein paar Zentimeter Fußlänge fehlen (45.). Somit ging es mit der 1:0-Führung in die Pause.

Aus dieser kamen die Brandenburger einen Tick besser. Nach Eckstoß gab es vor dem Tor des VfL96 einiges an Gewusel und Abschlussversuchen. Letztlich auch hier ohne negative Folgen (50.). Eigentlich und irgendwie aber doch. Mykyta Shevtsov leitet mit einem langen Ball auf Frühauf den Gegenzug ein. Frühauf marschiert mit Ball am Fuß in Richtung Gästetor und scheitert…, an einem typischen und ärgerlichen Platzfehler. Kurz vor der Box macht der Ball eine leichte Senkrechtbewegung und dahin war sie, die Chance zum 2:0 (51.). Und nein, diese Eigenheiten geschehen nicht nur im „HWG-Stadion am Zoo“, was man tags zuvor in Heidenheim bewundern konnte. Minuten später führte der wieder als Abwehrorganisator aufgestellte Martin Ludwig einen Freistoß aus gut und gern zwanzig Metern direkt aus. Pflug hatte dabei aber eher wenig Mühe bei der Ballaufnahme (60.). Diese ist beim Direktversuch von Martin Zurawsky aus etwa achtzehn Metern, halbrechts, nicht notwendig, die Kugel verfehlt das Tor am zweiten Pfosten (77.). Nach wiederholtem Foulspiel muss Shevtsov mit Gelb-Rot vom Platz, was auch in Anbetracht der kommenden Woche schwer wiegt (78.). Dem 96er kann dabei aber kein Vorwurf gemacht werden. Bleibt das Risiko des Abwehrversuchs weg, ist es auch der Gegenspieler. Konnte man mit dieser Entscheidung noch umgehen, so erregte manch andere Entscheidung der Spielleitung doch auch gerechtfertigten Unmut, zumal der VfB in manchem Zweikampf gegen die zumeist körperlich leichteren VfLer die Einladung zum Fallen auch gern annahm. Das ist soweit legitim, aber hier ist dann eben die Regie gefordert es möglichst richtig einzuordnen. Ob das auch bei den Verwarnungen für Cheftrainer Dieter Hausdörfer und Torwarttrainer Daniel Richter so war? Wir wissen es nicht. Dennoch ergab sich selbst in Unterzahl noch eine Doppelchance zu einem dann spielentscheidenden Treffer zum 2:0. Zuvor gab es aber noch einen weiteren Direktversuch der Gastmannschaft durch Jannis Fuchs. Von der Strafraumkante abgeschlossen, rauscht das Spielgerät über den Querbalken (85.). Danach schließt Ohurtsov rechts im Sechzehner auf den ersten Pfosten ab, Pflug wehrt ab und so kommt der eingewechselte Konrad Korngiebel zum Abschluss und Pflug kann erneut parieren (90.+1).

Am Ende standen die 96er zwar nicht mit ganz leeren Händen da, aber freuen konnte sich verständlicherweise auch niemand wirklich. Mit Nils Morten Bolz, Jegor Jagupov, Ernst Moritz Arndt und Martin Dierichen fehlten weiterhin einige Stammkräfte.

Jagodzik, Frühauf (80., Schubert), Pessel, Cabral, Shevtsov, Lubsch, Schade, Ohurtsov, Bölke (80., Korngiebel), Vujanic (69., Borval), Ludwig

Torschützen (Punktspiele):    1: Pessel, Frühauf, Mesfun, Borval, Ohurtsov, 2: Wagner, Bolz, 3: Jagupov, 4: Lubsch, Biregey, 6: Vujanic, ET für 96: 1 

Torschützen (Pokal)          : 1: Wagner, Jagupov, Mesfun, Frühauf, 2: Lubsch, ET: 1, 11m-Schießen: 1: Arzumanyan, Bolz, Dierichen, Frühauf, Wagner

Zuschauer: 102 (Zahlende)


Beitrag veröffentlicht am 5. März 2024

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