Das Ding mit der Wechselbank und vielen Treffern


Es war schon etwas merkwürdig das die Gastgeber nach einem gefühlten Jahrhundert nicht mehr die linksseitige Wechselkabine in Beschlag nahmen, wenige Meter nach Norden umzogen. „Das hat einen ganz einfachen Grund, nämlich das wir mit diesem Platzwechsel näher am Linienrichter dran sind und nicht mehr der Gast“, lies sich Cheftrainer Dieter Hausdörfer eines der letzten Geheimnisse des 1921 in Betrieb genommenen „HWG-Stadion am Zoo“ entlocken. Wenn man darüber nachdenkt kann die einfache Maßnahme durchaus Sinn machen, aus Gründen. Zumindest in „Spiel Eins der neuen Wechselkabinenordnung“ trug die Maßnahme Früchte, stand doch nach über neunzig Minuten ein 5:2 gegen Angstgegner FSV Budissa Bautzen an der Anzeigetafel.

Frühe Treffer leiten ansehnliches Oberligaspiel ein

Mit Spielbeginn versuchten beide Mannschaften erst einmal schnellstmöglich in die Partie zu finden. Den besseren Start hatten dabei die 96er. Bereits nach zehn Minuten gab es den ersten Torjubel, welcher jedoch schnell abebbte. Der zum vermeintlichen 1:0 per Kopf abgeschlossene Spielzug durch Francesco Lubsch, Flanke Danny Wagner, erfolgte aus einer Abseitsstellung. Minuten später war es jedoch soweit. Nach schöner Doublette mit Konrad Korngiebel ist Luka Vujanic frei, umspielt Budissen-Hüter Mikolaj Gorzelanski und schiebt zum 1:0 ein (13.). Den ersten Arbeitsnachweis der Gäste liefert Julien Hentsch dessen Freistoß aber deutlich sein Ziel verfehlt (16.). Kurz danach hat die Anhängerschaft der Blau-Roten erneut Grund zu Freudenausbrüchen. Till Jagodzik setzt mit einem weiten Abschlag Wagner auf der rechten Außenbahn in Szene. Der passt zum zentral positionierten Lubsch und der Kapitän hat keine Mühe aus Nahdistanz auf 2:0 zu stellen (18.). Die Gäste aus Sachsen fanden darauf schnell eine Antwort. Tom Hagemann wird in der Box freigespielt und kann sich im 1:1 gegen Jagodzik durchsetzen, der Ball kullert am zweiten Pfosten zum Anschluss über die Linie, 2:1 (21.). Danach kamen die Gäste vom Oberlauf der Spree besser in das Spiel und zu Chancen. Lukas Hanisch verfehlt mit scharfen Kopfball nur knapp (25.) und ein Direktversuch durch Jannik Käppler geht über das Tor, beides nach Eckstößen (35.). Aber auch der VfL96 hatte noch seine Gelegenheiten. Vujanic verfehlt links im Sechzehner mit einem Schlenzer (30.) und Alain Biregey verfehlt aus fast identischer Position ebenfalls (45.+2). Zwischen beiden Aktionen lag aber noch der dritte Torerfolg für die Trothaer. Im Gewühl kommt Wagner links im Strafraum an die Kugel und trifft aus spitzem Winkel zum 3:1-Pausenstand (41.).

Gast startet stark, 96 trifft

Kaum hatte Spielleiter Alexander Roßmell (Thüringen) die zweite Halbzeit freigegeben, stand Jagodzik im Mittelpunkt. Erst lenkte der aus dem Leutzscher „AKS“ an den Halleschen Zoo gewechselte junge „Kister“ einen Hagemann-Kopfball über den Querbalken, um dann beim Abschluss aus Nahdistanz des folgenden Eckstoßes, zumindest richtig zu stehen (47.). Jagodzik ist auch präsent, als Hentsch einen Freistoß aus etwa achtzehn Metern gefährlich in Richtung 96-Tor ausführt (53.). Zehn Minuten später gab es erneut Freude in Blau-Rot. Wagner passt erneut flach vor das Tor der Gäste, Biregey behuptet sich im Zweikampf und  trifft aus knapp fünf Metern zum 4:1 (63.). Danach hätte Vujanic allein noch für ein höheres Ergebnis sorgen können, scheiterte aber entweder an der eigenen Feinjustierung (64., 90.+1) oder mit Freistoß am stark reagierenden Gorzelanski (65.). Ergebnisänderungen gab es trotzdem noch. Zuerst trifft der eingewechselte Jegor Jagupov nach Solovortrag aus spitzem Winkel zum 5:1 (80.) und dann stellt Hentsch mit Flachschuss von der rechten Strafraumkante den 5:2-Endstand her. Gegen den bisherigen Angstgegner, Bilanz vor dem Spiel 13, 1 S – 2 U – 10 N, 4:29 T, sah man in Summe eine VfL96-Mannschaft welche sich offenbar Stück für Stück findet und die in diesem Spiel richtig Spaß gemacht hat. Das mit Albert Arzumanyan ein monatelang verletzt fehlender Spieler seine ersten Einsatzminuten bekam, rundete einen gelungenen Sonntag im „HWG-Stadion am Zoo“ ab. Bis zum eventuell Nächsten wird einiges an Wasser die Saale herunterfließen, erst am 22.10.2023 steigt das nächste Heimspiel. Bis dahin heißt es Landespokal in Thalheim (9.9.2023) und dreimal auswärts In Rudolstadt, Marienberg und Arnstadt.

Jagodzik, Bolz, Wagner (82.,Samson Mefsun), Pessel, Biregey (64., Jagupov), Shevtsov, Lubsch ( 90., Dierichen), Schade, Schubert (46., Arndt), Korngiebel (82., Arzumanyan), Vujanic

Zuschauer: 78 (Zahlende)

Torschützen: 1 Jagupov, 2 Wagner, 3 Lubsch, Biregey, 4 Vujanic


Beitrag veröffentlicht am 4. September 2023

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