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Der schwere Beginn nach Kriegsende
Nach dem Kriegsende und den damit verbundenen Folgen war an Sport zunächst nicht zu denken. Die Bewältigung der Kriegsfolgen und der Kampf ums tägliche Brot hatten absolute Priorität.
Auf dem Sportgelände an der Geschwister-Scholl-Straße (vormals Krosigkstraße bzw. Angerweg) hatten Teile der sowjetischen Be-satzungsmacht Einzug gehalten. Die Rasenplätze waren zur Kuhweide geworden und zum Teil schmückten Wäschepfähle ihr Ansehen. Das Klubhaus war umfunktioniert worden zur Herberge unterster Stufe.
Nachdem die dringlichsten Sorgen und Nöte überwunden werden konnten, regte sich auch bei den Sportlern der Drang zur Wiederbetätigung. Im Verlauf des Jahres 1946 ließen die örtlichen Verwaltungsbehörden nach vorheriger Zustimmung der sowjetischen Kommandantur eine auf die Stadtteile begrenzte sportliche Organisation zu. Dieser Beschluß untersagte jedoch gleichzeitig die Wiedergründung bzw. Wiederbelebung der vormals bestehenden Vereine. In der Stadt Halle kam es demzufolge zur Bildung der stadtteilgebundenen Sportgemeinschaften Ammendorf, Fichte, Freiimfelde, Glaucha, Gesundbrunnen, Moritzbürg und andere. In diesem Rahmen entstand am 10.11.1946 auf unserem Sportplatz die Sportgemeinschaft Giebichenstein durch verdienstvolle Kräfte, die gewillt waren, auch den Sport wieder mit neuem Leben zu erfüllen.
Entstehung der Betriebssportgemeinschaften
Nach einer gewissen Zeit, zusammenfallend mit der Gründung des Deutschen Sportausschusses als Bestandteil der Jugendorganisation FDJ, wurde der stadtteilbezogene Sportbetrieb aufgelöst und überregional organisiert. Politisch wurde das Ziel verfolgt, den gesamten Sport an die Betriebe und Institutionen des volkseigenen Wirtschaftssystems
zu binden. Diese Entwicklung ging auch an der SG Giebichenstein nicht vorbei, die sich inoffiziell immer noch als Nachfolger und Sachwalter des VfL Halle 96 verstand. Mit Aufnahme der SG Giebichenstein in die Zentrale Sportgemeinschaft "Genossenschaften" am 14.05.1949 entstand der Name SG Genossenschaften. Aus der Zentralen Sportgemeinschaft Genossenschaften entstand 1950/51 die nunmehr an die Gewerkschaften angebundene Sportvereinigung Empor, die alle Betriebe und Einrichtungen der Konsum-Genossenschaften und Handelsorganisationen (HO) sportlich integrierte. Zwangsläufig entstand damit 1951 die Betriebssportgemeinschaft Empor Halle.
Das Ziel der politischen Führung in der inzwischen gegründeten DDR, den Sport über die volkseigenen Betriebe und Institutionen zu kontrollieren und zu reglementieren, war damit endgültig vollzogen.
Es muß jedoch an dieser Stelle ausdrücklich vermerkt werden, daß unter den gegebenen Umständen nur auf diesem Wege die materiell-technische Basis für die Durchführung eines organisierten und inhaltsgebundenen Sportbetriebes gefunden werden konnte.
Für unsere Sportler und Sportlerinnen war zunächst die Wiederherstellung der Wettkampfstätten und des Sportlerheimes vordringlich. Es ging darum, einen normalen Sportbetrieb zu ermöglichen und das gesellschaftliche Miteinander wieder zu beleben. Den engagierten Persönlichkeiten der sogenannten ersten Stunde gelang es nach langen Verhandlungen mit dem Konsumverband Halle, die notwendigsten Maßnahmen in Gang zu setzen und durchzuführen. Hervorzuheben ist das hohe Engagement der ehemaligen Sportkameraden Kurt Mandel (l. Vorsitzender), Erich Lehmann (Technischer Leiter) sowie Fritz Riemann (Spartenleiter).
Die Neueinweihung des Sportgeländes am Zoo im Mai 1949 wurde zu einem markanten Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Mit einem gesunden Bezug auf die Vereinstraditionen und einem zukunftsorientierten Optimismus begann ein neuer Abschnitt in der sportlichen und gesellschaftlichen Geschichte.
Ungeachtet des politischen Systems der nächsten 40 Jahre und unabhängig vom Namen wurde dieser Sportverein für viele Sportler und Sportlerinnen die Heimstätte für sportliche Betätigung und Ausgangspunkt für sportliche Erfolge.
Aufmarsch bei der Sportplatzeinweihung
Der sportliche Wiederbeginn begann zunächst mit den Sektionen Fußball, Handball, Hockey, Tennis, Tischtennis und Schwimmen, später kamen Volleyball, Turnen und Gymnastik hinzu. Zum Sportgeschehen gehört Bewegung, so wie der Sport von Siegen und Niederlagen lebt. Diese Bewegungen und Schwankungen waren auch bei diesen Sektionen zu verzeichnen. Neben Höhepunkten und stetiger Aufwärtsentwicklung gab es auch Stagnation und Rückschläge.
Im Zusammenhang mit der Konzentration und Zentralisation bestimmter Sportarten, in der Hauptsache bedingt durch Nachwuchsprobleme, schlössen sich Mitte der 50er Jahre die Sektion Hockey der BSG Post bzw. HSG Wissenschaften und die Sektion Schwimmen der BSG Chemie Buna an.
Trotzdem gelang es über den gesamten Zeitraum hinweg einen stabilen Mitgliederbestand zu halten und stets aufzufrischen. Als Fazit der Jahre zwischen dem Kriegsende und der politischen Wende kann man feststellen, daß auch in diesen Jahren unser Verein sein ureigenstes Anliegen bewahrt hat, nämlich den sportbereiten Bürgern und Bürgerinnen ein ihren persönlichen Neigungen entsprechendes Betätigungsfeld zu bieten und seiner Anhängerschaft die gewünschte Abwechslung im Lebensalltag zu verschaffen.
Neubeginn der Fußballabteilung
Der aktive Fußballsport nach dem Krieg begann wieder mit der Bildung der SG Gie-bichenstein. Jeder Fußballer, der aktiv werden wollte, mußte sich der Sportgemeinschaft anschließen, die für den Stadtteil zugelassen war, wo er seinen Wohnsitz hatte. Demzufolge hatte die SG Giebichenstein ihren Zugang vorwiegend aus den Stadtteilen Giebichenstein und Trotha. Gespielt wurde gegen die anderen Vertretungen im Stadtgebiet und den umliegenden Landgemeinden. Die Spiele hatten den Charakter von Freundschaftsspielen und dienten in erster Linie der sportlichen Betätigung und der Hobbyausübung. Die sportlichen Ausflüge aufs Land waren meistens verbunden mit einem zusätzlichen kräftigen Essen, besonders wichtig bei der miserablen Ernährungslage der Stadtbevölkerung.
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1. Männermannschaft SG Giebichenstein Spieljahr
1946/47 (links im Bild) zu erkennen sind Wald, Stops und Tannhäuser (l., 2. und 3. v. l.)
sowie Gola, Hintze und Winkler (l., 2. und 3. v. l.) |
l. Männermannschaft SG Giebichenstein 1947/48 (links im Bild) vor dem Spiel gegen Helbra (Gastgeber) Spielausgang 5:4 für Giebichenstein.
Giebichenstein von rechts nach links: Woite, Ronniger, Winkler, Grebasch, Rößler, Klemm, Zimmermann, Bonan, Krampe, Thomas, Müller, Trainer Kanthak, Betreuer Laue
Jungligamannschaft Spietja.hr 1951/52 vor Abfahrt zum Punktspiel nach Kölleda. \ Unverkennbar mit welchen bescheidenen Mitteln der Sportbetrieb in den Nachkriegsjahren auskommen mußte. Selbst im Winter mußten die Fahrten mit ungeheiztem LhW bestritten werden.
Ab 1947/48 -wurde dann ein Wettkampfsystem organisiert, welches über Vergleichsund Ausscheidungsspiele zu regionalen und überregionalen Meisterschaften führte. Besonderes Interesse fanden auch die Vergleiche der Städteauswahlmannschaften. Auch Giebichenstein hatte Spieler in seinen Reihen, die zu solchen Auswahlvertretungen berufen worden, so u. a. Helmut Winkler, Wolfgang Stops, Erwin Laufer.
Der Aufschwung
Einen großen Aufschwung erhielt die Fußballgemeinde durch die bereits genannte Neueinweihung der Sportplatzanlage im Jahr 1949. Für das Eröffnungsspiel hatte man sich den amtierenden Ostzonenmeister, die SG Planitz, eingeladen. Nach großartigem Spiel, mit einer Kulisse von rund 10.000 Zuschauern, wurde der Meister mit 2:1 bezwungen.
Die l. Männermannschaft spielte in der Landesklasse von Sachsen-Anhalt. Durch ihre Spielstärke und die erspielten Ergebnisse erwarb sie sich einen ausgezeichneten Ruf. Höhepunkt zu diesem Zeitpunkt war der Abschluß der Spielsaison 1950/51, wie aus der nachfolgenden Tabelle zu erkennen ist:
Abschlußtabelle 1950/51 Landesklasse Sachsen-Anhalt
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l.
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Stahl Magdeburg
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30
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104:36
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53:07
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2.
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Genossensch. Halle
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30
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103:40
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48:12
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3.
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Chemie Sandersdorf
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30
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89:46
|
41:19
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4.
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VEB Bernburg
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30
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75:38
|
40:20
|
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5.
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Chemie Bitterfeld
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30
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76:54
|
37:23
|
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6
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Chemie Wölfen
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30
|
49:43
|
34:26
|
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7.
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Chemie Eilenburg
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30
|
63:58
|
32:28
|
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8.
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Einheit Magdeburg
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30
|
68:62
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30:30
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9.
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Chemie Schönebeck
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30
|
45:73
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25:35
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10.
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VP Eisleben
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30
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60:78
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24:56
|
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11.
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Union Köthen
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30
|
51:78
|
25:55
|
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12.
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Einheit Salzwedel
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30
|
58:69
|
22:38
|
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13.
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BSG Kleinwanzleben
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30
|
50:83
|
22:38
|
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14.
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Aktivist Hötensleben
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30
|
62:93
|
20:40
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15.
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RB Aschersleben
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30
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41:90
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18:42
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16.
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VP Magdeburg
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30
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39:92
|
9:51
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Der Vizemeistertitel des Landes Sachsen-Anhalt schloß den Aufstieg unserer Mannschaft in die damalige DS-Liga, der zweithöchsten Spielklasse der DDR, ein. Dementsprechend waren die Feierlichkeiten im Sportlerheim. Aber es kam leider ganz anders.
Vizemeister der Landesklasse Sachsen-Anhalt im Spieljahr 1950/51
Rüchschlag durch Manipulation am "Grünen Tisch"
Der sportliche Aufstieg wurde nachträglich durch die Machenschaften der leitenden Sportgremien manipuliert. Der Aufstiegsplatz wurde der kurz vorher gegründeten Mannschaft von Wissenschaft Halle zugesprochen und von ihr eingenommen. Es läßt sich heute nur vermuten, was die eigentlichen Gründe für die Benachteiligung waren. Die Mannschaft und damit auch der Verein, wurden auf uhrechtmäßige Art und Weise um die Verdienste gebracht, die im sportlich fairen Wettkampf auf dem grünen Rasen errungen worden waren.
In der DDR wurden 1952 die Länder abgeschafft und die Länderterritorien in Bezirke aufgeteilt. Damit spielte die l. Männermannschaft, wie eh und je, das Flaggschiff der Fußballabteilungund des gesamten Vereins, in der neugebildeten Bezirksliga Halle. Das bereits erwähnte neue System der Betriebssportgemeinschaften hatte anfangs der 50er Jahre einen verstärkten Gemeinschaftswechsel zur Folge. Die unmittelbare Bindung zwischen Sportgemeinschaft und Arbeitsplatz bzw. beruflicher Stellung standen für einen Teil der Spieler und Funktionäre im Vordergrund, gepaart mit menschlich verständlichen Triebkräften, die da hießen Wohnung, Verdienst und berufliche
Fortbildungschancen. Auch unsere Fußballabteilung war davon betroffen. Ein nicht unbedeutender Spielerkreis nahm seinen Weg nach Leuna, Ammendorf und zu Wissenschaft Halle.
1. Männerschaft der BSG Empor Halle im Spieljahr 1952/53
stehend (v.l.n.r.): Trainer Kagemann, Müller, K., Huch, Stoffen, Lutzemann, Bieier, Betreuer Moritz kniend (v.l.n.r.): Müller, H., Fischbach, Arnold, Langner, Siesing, Krampe
Als Abgänge zu verzeichnen waren u. a. so hervorragende Spieler wie:
- Paul Brandt und Gerhard Uhlig nach Leuna,
- Max Krampe und Otto Bonan nach Ammendorf,
- Jochen Wendt, Rolf Behrendt und Wolf gang Sauer zu Wissenschaften Halle
Die Goldenen Jahre im Nachwuchsfußball
Aber es gab ja unsere starke Nachwuchsabteilung, die in erster Linie den Aderlaß abfangen konnte. Und gerade die Nachwuchsabteilung sorgte in diesem Zeitraum mit der A- und B-Jugend für Schlagzeilen:
1952
- Pokalgewinner um den Wanderpokal der "Jungen Welt" in Jena
- Turnierteilnehmer u. a. Turu Düsseldorf (Endspielgegner unserer Mannschaft) München 1860, Wacker 04 Berlin,
Die A-Jugendmannschaft, die 1952 in Jena im Endspiel gegen Turu Düsseldorf mit einem 3:1 Sieg denJunge-Welt-Pokal errang.
obere Reihe (v.l.n.r.): Hoffmann, K., Hof/mann, G., Seeland, Zobel, Wagner, Reichmuth, Nagel, Imhoff, Speth, Trainer Kagemann
untere Reihe (v.l.n.r.): Rackwitz, Gebhardt, Willsdorf, Pfeifer, Angermann, Lauer, Grosse
Empfang des Pokalsiegers von Jena vor demSportlerheim in der Geschwister-Scholl-Straße Alszweiter von rechts ist Werner Krone zu erkennen. Seiner ausgezeichneten Trainertätigkeit war nicht nur der Pokalerfolg zu verdanken, er setzte auch die Maßstäbefür die zukunftsorientierte Nachwuchsausbildung. Walter Schmiedel (5. von rechts) war für Jahrzehnte die gute Seele der Nachwuchsabteilung.
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2. Platz im 15. Internationalen Jugendturnier in Pforzheim
Turnierteilnehmer u.a. Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf, Stuttgarter Kickers, l. FC Saarbrücken, FSV Frankfurt, SV Waldhof 07.
Herausragende Spieler dieser Mannschaft waren die späteren Auswahlspieler Günter Imhoff und Hansi Speth.
1953
-DDR-Jugendmeister
DDR-Meister der B-Jugend 1953
Unsere Mannschaft nach dem Endspielsieg mit 5:0 gegen die Mannschaft von Lok Dresden im Leipziger Bruno-Plache-Stadion.
hinten v.l.n.r.: Schiedsrichter-Trio, Kanthak (Trainer), Gehrmann, Keßler, Drewes, Töpfer Rönsch, Lehrmann, Pohl, Drewes (Betreuer)
kniend v.l.n.r.: Spieler von Lok Dresden, Boschke, Hoffmann, Kreuzmann, Hanikel, Kohlemann, Oelze
1955
DDR-Juniorenmeister
DDR-Meister der A-Jugend 1955
Endspiel BSG Empor Halle gegen SG Berlin-Grünau 4:1 in Gera
stehend v.l.n.r.: Trainer der l. Männermannschaft H. Kanthak, Vorstandsmitglied R. Graefe, l. Vorsitzender G. Pissarek, Kühne, Keßler, Mennecke, Teuscher, Schmidt, Streit, Trainer H. Döbel, Betreuer W. Rockstroh, 2. Vorsitzender F. Taikowski
kniend v.l.n.r.: Röntsch, Bobach, Hammer, Börnichel, Auerbach
links oben im Bild: Jugendleiter R. Schmieder sen.
Es fehlen, die Auswahlspieler T. Drebes, W. Lehrmann und H. Oelze.
Aus dieser Mannschaft kamen zu Auswahlehren die Spieler Werner Lehrmann und der leider viel zu früh verstorbene Hansi Oelze.
Die Erfolge zeugten von einer intensiven und hervorragenden Nachwuchsarbeit. Großen Anteil an diesen Erfolgen hatten die Nachwuchstrainer Walter Schmiedel, Werner Krone und Helmut Döbel. Diese wurde auch, abgesehen von einer kurzen Stagnationsphase, in den kommenden Jahren kontinuierlich fortgesetzt.
Einschnitte in der Nachwuchsarbeit durch Abwerbungen
Der angesprochene Bruch in der Nachwuchsarbeit trat unmittelbar nach dem Titelgewinn der Junioren 1955 ein und hatte empfindliche Ursachen, die hier erwähnt werden müssen. Die komplette Juniorenmeister-Mannschaft wurde in übelster Manier von Funktionären des frisch gebildeten SC Chemie Halle-Leuna regelrecht abgeworben und vereinnahmt. Die bedrohliche Existenzlage des Clubs veranlaßte die Verantwortlichen, unlautere Wege zu gehen und damit eine dem Sportgeist wiedersprechende Atmosphäre zu schaffen. Das offene, kameradschaftliche Gespräch mit unserem Vereinsvorstand zur Findung eines beiderseitigen Interessenausgleichs wurde bewußt umgangen. Zum zweiten Mal in einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne wurde die aufsteigende Entwicklung unserer Fußballabteilung durch Einflußnahme äußerer politischer Kräfte gestoppt. Die Folge war, daß bei einem Teil der Nachwuchstrainer eine verständliche Resignation eintrat und, wie es so schön heißt, "die Flinte ins Korn geworfen" wurde.
Dank der guten Breitenarbeit im Nachwuchsbereich konnten vorerst Nachwirkungen auf die Männermannschaften, insbesondere für die "Erste", kompensiert werden.
Die erste Männermannschaft spielte mit wechselndem Erfolg bis 1958 in der Bezirksliga. In diesem Jahr mußte die bittere Pille des Abstieges in die Bezirksklasse hingenommen werden. Der Wiederaufstieg in die Bezirksliga gelang erst im Jahre 1963, eine Spätfolge der bereits geschilderten Auszehrungspolitik gegenüber unserem Verein.

l. Männermannschaft 1953/54
v.l.n.r.: Hof/mann, K., Nagel, Siesing, Klepzig, Angermann, Arnold, Freiberg, Koitzsch, Gebhardt, Richter, Henze
l. Männermannschaft 1956/57
stehend (v.l.n.r.): Trainer Döbel, Richter, Müller, L., Huch, Arnold, Siesing, Rehn, Auerbach, Föhre
kniend/sitzend (v.l.n.r.): Hoffmann, R., Hartleb, Freiberg
l. Männermannschaft 1959/60 / Bezirksklasse, Staffel A
stehend (v.l.n.r.): Trainer Eisenhardt, Rasch, Hoffmann, W., Quarg, Wendt, Breitmeyer, Herms, Waitz, Kühne, Ferro, Kanitzky, Hädicke, Mannschaftsleiter Schmieder, Sektionsleiter Fischbach
kniend (v.l.n.r.): Reichmuth, Schäfer, Hoffmann, R., Becher, Seeliger
Das erfolgreiche Jahr 1963 und seine Auswirkungen auf die Nachwuchsarbeit
Die Aufstiegsmannschaft krönte in diesem Jahr ihre hervorragende Spielsaison mit der Erringung des FDGB-Bezirkspokals. Teamgeist und Spielstärke dieser erfolgreichen Mannschaft wurden geprägt von ihrem verdienstvollen Trainer Paul Brandt und dem vielseitig engagierten Mannschaftsleiter Richard Schmieder.
l. Männermannschaft:
Bezirks-Pokal-Sieger 1963 und Aufsteiger zur Bezirksliga im Spieljahr 1962/63
stehend (v.l.n.r.): Mannschaftsleiter Schinieder, Stolle, Rentzsch, Hoffmann, R., Richter, Hädicke, Rasch, Trainer Brandt kniend: Quarg, Waitz, Schröter, Ußling, Büchner
Bemerkenswert ist auch, daß die Reservemannschaft in all diesen Jahren ständig Staffelsieger ihrer Klasse wurde.
Das erfolgreiche Jahr 1963 war eine Initialzündung für die verstärkte Hinwendung wieder zur systematischen Nachwuchsausbildung. Ins Leben gerufen wurde ein alljährlich stattfindendes Nachwuchsturnier für Schüler-, Knaben-und Kindermannschaften (jetzt C-, D- und E-Jugend). Dieses Turnier besitzt inzwischen eine große Tradition und ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Gefördert wurde die Werbung und Organisation des Schulfußballs in den benachbarten Schulen. Es erfolgte der Übergang zu einer pyramidenförmigen Staffelung der Mannschaftsanzahl in den einzelnen Altersstufen sowie Ausdehnung der Breitenarbeit.
Bleibende Verdienste für die langjährige und hingebungsvolle Nachwuchsarbeit haben sich
erworben die Trainer und Übungsleiter Helmut Döbel, Wolfgang Fischer, Ronald Geb-hardt, Martin Lange, Walter Schmiedel und Hans Senst.
Die gebündelten Bemühungen im Nachwuchsbereich zahlten sich aus, wie die nachfolgenden Erfolge beweisen:
1970 Bezirksmeister B-Jugend
obere Reihe: Tille, Büchner, Stein, Herrigt, Ploetz, E., Winkler, Tr. Hartwig
mittl. Reihe: Scholz, Seidler, Roß, Schafer, Hansigk, Schulze
vordere Reihe: Witt, Ploetz, B.
1973 "Junge Welt" Bezirkspokal-Sieger A-Jugend
stehend (v.l.n.r.): Trainer Köcknitz, Thiele, Sekuli, Arbeiter, R. Winkler, Büchner, Stein, Ploetz, Tille, stellv. Sektionsitr. Förster
kniend (v.l.n.r.): Müller, Bartnik, Penz, Falke, Mehr, Heintze, Herrigt, Witt, Reifegerste
1977 "Junge Welt" Bezirkspokal-Sieger A-Jugend
stehend (v.l.n.r.): Pen.z, Braag, Berger, Pohl, Wendt, Gießler, Kaupke, Trainer Pohl
kniend, (v.l.n.r.): Irrgang, Fischer, Barth, Breite, Jähnert, Weber, Keil
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1978 FDJ-Bezirkspokal-Sieger B-Jugend
obere Reihe (v.l.n.r.): Forster, Framme, Hörich, Stroiß, Patzenhauer, Edmond, Kalepky, Schubert
untere Reihe (v.l.n.r.): Kölbel, Lachmann, Göth, Hötscher, Parreidt, Theil.
Es fehlt Trainer W. Fischer
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1987 Bezirksmeister Kinder (E-Jugend)
obere Reihe (v.l.n.r.): Jens Kommerowski, Hendrik Illian, Heiko Wend, Christopher Gruna, Fritz Hahne, Matthias Zielfee, Daniel Lange
untere Reihe (v.l.n.r.): Trainer Martin Langer, Torsten Bratke, Rene Sträubchen, Larsen Scherl, Torsten Mank, Martens Heidecke.
Es fehlt Mannschaftsbetreuer Dirk Triebel.
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Diese bildhafte Aufzählung enthält nur die Höhepunkte. Hinzu kommt eine nicht unerhebliche Erfolgsskala bei den alljährlich durchgeführten Spartakiade-Wettkämpfen, im Punktspielbetrieb auf Bezirks- und Kreisebene sowie durch die Teilnahme an internationalen und nationalen Nachwuchsturnieren.
An dieser Stelle ist noch hervorzuheben, daß in den Jahren 1970-1989 die besten Talente, die Anzahl liegt bei 22, dem HFC zugeführt werden mußten; nach damalig geltendem Sprachgebrauch als "Delegierungen". Diebekanntesten -waren die heutigen Bundesligaspieler Steffen Karl und Dariuz Wosz, aber auch der Spieler unserer heutigen l. Oberligamannschaft Steffen Grosche gehörte dazu.
Die gewachsene Basis im Nachwuchsbereich wirkte stimulierend auf die Anzahl der Mannschaften und ihren Leistungsstand. In den 70er Jahren gehörte unsere Fußballgemeinde mit 20 in Spielbetrieb stehenden Mannschaften zu den größten Sektionen des Bezirkes Halle. Mit Ausnahme der Spielsaison 1970/71 war die l. Herrenmannschaft von 1963 bis 1980 mit stabilem Leistungsniveau in der Bezirksliga angesiedelt.
1. Männermannschaft. Spieljahr 1968/69
stehend (v.l.n.r.): l. Vorsitzender Tesch, Mannschaftsleiter u. Techn. Leiter Schmieder, Richter, Hädicke, Müller, Quarg, Raulfs, Broens, Trainer L. Müller, Sektionsleiter Fischbach
kniend (v.l.n.r.): Rentsch, Schwärmer, Hoffmann, R., Schröter, Rehn, Kassner, Rothardt
Staffelsieger und Aufsteiger zur Bezirksliga nach. dem Spieljahr 1972/73
stehend (v.l.n.r.): Mannschaftsbetreuer Hädicke, Tramer Richter, Sekuli, Rüdiger Arbeiter, Reinhard Arbeiter, Reschke, Kampa, Bude, Stein, Schulze, Stellvertr. Sektionsleiter Förster, Büchner
kniend (v.l.n.r.): Kaßner, Lehmann, Masseur Bischoff, Kazmirzak, Sonntag, Vbigt, Roland Arbeiter, Karschunke, Drebinger, Rothardt, Tille
Aufstieg in die DDR-Liga und seine Folgen
In der Spielsaison 1980/81 gelang der l. Mannschaft der Aufstieg in die DDR-Liga, der zweithöchsten Spielklasse im DFV. Es zeigte
Fußball-Bezirksmeister 1980/81 und Aufsteiger zur DDR-Liga
obere Reihe (v.l.n.r.): Tramer Richter, Sekuli (Mannschaftskapitän) Büchner, Penz, Neumann, Sonntag, Richter, U., Kupfer, Mannschaftsleiter Hoffmann untere Reihe (v.l.n.r.): Kampa, Bude, Hobsch, Emmerich, Lindecke, Nitzsche, Thiele, Sickert.
Es fehlen Kölbel und Weber.
sich, daß die Mannschaft noch nicht reif genug war, den enormen Niveauunterschied in der höheren Spielklasse von sich aus zu kompensieren. Eine Erweiterung des Spielerkreises durch erfahrene Spielerpersönlichkeiten war nicht gegeben. Schwerwiegender war, daß die Anpassung der für die höhere Spielklasse notwendigen äußeren Bedingungen, insbesondere Trainingszeit- und Intensität, nicht zu erreichen war. Alle diesbezüglichen Bemühungen der Verantwortlichen des Vereins, fanden keine Resonanz bei den Stellen, die Unterstützung hätten geben können, d.h. Trägerbetriebe, DFV und DTSB. Damit war der Wiederabstieg vorprogrammiert, aber nicht nur der. Die besten Spieler, angelockt durch die besseren Modalitäten in anderen Vereinen, nahmen die sich bietenden Chancen an und verließen den Verein.
Auch den Sportfreundinnen- und freunden Ursula Duckstein f, Traudel Höpfner, Hertha Kosowski, Jochen Hildebrand, Heinz Kaz-mircak, Georg Pissarek f, Günther Proch-now, Franz Taikowsky und Erich Voigt sei an dieser Stelle für ihre langjährige und verdienstvolle Mitarbeit im Vorstand gedankt.
Gemeinschaftsgeist - Grundstein für Aufwärtstrend
Ungeachtet dieser Mißlichkeiten wurde getreu dem Gemeinschaftsgeist unseres Vereins beharrlich weitergearbeitet und in den folgenden Jahren der eigentliche Grundstein dafür gelegt, wo die Fußballabteilung heute steht.
Nach dem nochmaligen Abstieg 1986 in die Bezirksklasse folgte eine stetige Aufwärtsentwicklung bis zum Wiederaufstieg in die Bezirksliga in der Spielsaison 1989/90.
Ein Sportverein kann nicht existieren und funktionieren ohne die Mitwirkung von qualifizierten und elangeladenen Trainern, Betreuern und Organisatoren unter der Führung einer befähigten Leitung. Aus der Vielzahl derer, die sich in der Zeitspanne von 1951 bis 1989 Dank und Anerkennung für ihre ehrenvolle Tätigkeit sowohl für die Belange des Fußballs als auch im Vorstandsbereich verdient haben, seien hier stellvertretend genannt:
Helmut Döbel +, Hans Fischbach, Wolfgang Fischer, Günter Förster, Ronald Gebhardt, Heinz Köhler, Kurt Kubin, Achim Richter, Walter Schmiedel +, Richard Schmieder, Hans Senst +, Dirk Triepel und Winfried Schattat.
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